Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Begriff der sittlichen Freiheit
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Dbjekt des Wahren und Guten ist für dasselbe noch nicht vorhanden; die Menschensphäre scheint die erste, wo mit dem Erwachen des innern Bewußtseins auch die Idee ihrer höher» Bestimmung in der? Seele erwacht; -sie erkennt nun das Wahre und Gute als die höchsten Objekte . ihres Strebend und fühlt das in ihrer Natur liegende Gesetz: du sollst diese höchsten Objekte zu erreichen suchen; aber eben weil sie noch in der Potenz des Strebens ist, weil sie das Ziel noch nicht erreicht hat, so muß es einen Gegensatz geben, der sich als Hinderniß auf ihrem Wege entgegenstellt, den sie zu überwinden suchen muß, um ihre Kräfte zu üben und dadurch die Wirksamkeit ihres Strebens immer höher zu potenziren, und dieser Gegensatz ist die Materie. Befangen von derselben, ist ihr geistiger Zustand, getrübt, sie -ist dem Fehlen und dem Irrthum unterworfen, das Gute und Wahre wird oft von den täuschenden Farben der Sinnlichkeit überkleidet, der Reiz der Materie reißt sie hin , und, ihrer höhern Kraft vergessend, folgt sie dem magnetischen Zuge, handelt ihrer eigenen. Natur entgegen und wird ein Sclave der Außenwelt. Aber nicht ungestraft kann sie sich dem Dienste des fremden Herrn verkaufen. Jener ewige Geist; der das Wahre und Gute selbst ist, gab ihr auf der Wahn, die sie zu durchlaufen hat, einen treuen Wächter, der sie warnt , wenn sie das Böse ergreifen will, und Mit unerbittlicher Strenge straft, wenn sie es ergriffen hat; er ist kein anderer als das Gewissen. Es besteht in dem tiefen innern Bewußtsein» welches die Seele von ihrer höhern Natur hat und in dem Bewußtsein des höhern, aus dieser Natur fließenden Gesetzesdem sie mit