Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Begriff der sittlichen Freiheit
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 6)
- Language
- German
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46 wenn der der Krankheit ins Bewußtsein gekommen ist.' In der Erscheinungswelt also handelt die -Seele frei, wenn sie, allem Einflüsse der Sinnlichkeit zum Trotze," so handelt, wie , es ihrem eigenthümlichen. Wesen, als reiner.- Intelligenz, angemessen ist , , d. h. wenn sie ihrem angcbornen Streben nach dem Guten Genüge leistet; sie handelt aber , unfrei, wenn sie sich, durch den Einfluß her Materie verleiten laßt, das Böse zur Wirklichkeit kommen zu lassen.. Schon-Plato erklärte die guten Handlungen des Menschen für die allein freien, die bösen für unfreie , denn er erkannte die höhere Natur der reinen Intelligenz und nanntesie deswegen einen Ausfluß der Gottheit. Daß aber.alles Böse nur, von dem Einflüsse der Materie herrühre , lehrt uns das innere Bewußtsein, denn von welcher Art dasselbe auch immer sein wöge, so stammen die Motive zu demselbendoch stets aus der. Sinnlichkeit; das reine Gute dagegen hat so wenig seine Quelle in der, Außenwelt, daß es vielmehr desto getrübter erscheint, je mehr sinnliche Motive dabei Mitgewirkt haben. Ganz rein von mallem Zusammenhänge mit der Materie würde daher die Seele allein dem. ihrer Natur wesentlichen Streben nach dem Wahren und Guten folgen, und diese würden dann überhaupt in Eine Einheit zusammenfallen; sie würde reines Vernunftwesen sein, stände aber dann aus einer Potenz, die nur weit hohem Sphären angemessen scheint. So wie sie gegenwärtig erscheint, ist sie noch.im Zustande der Ausbildung ihrer Kräfte. Bei . dem geistigen Prinzipe des Lhieres schlummert die höhere intellektuelle Seite noch ganz, das