Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Begriff der sittlichen Freiheit
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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■ - 43 und Verstoßung: und wir wollen sehen, ob dann noch sein freier böser Wille, ohne alle äußere Motive, das Verbrechen begehen werde. Konnte der Zndetermimst nur mit einiger Wahrscheinlichkeit darauf mit ja antworten? Unmöglich. Aber die Schuld, daß er diesen Knoten nicht zu lösen wußte, lag theils darin, daß er einen unrichtig gen Begriff von der Freiheit aufstellte'- theils darin, daß er die Seele, an und für sich , als ein mit der Materie unverbundenes Wesen betrachtet, nicht von der in einer Außenwelt lebenden und handelnden Seele unterschied. Diesen Fehler beging auch der Determinist und.Harum berief er sich eben in seinem Antagonismus gegen den erster» beständig auf die Erfahrung. Er verlangte eine Freiheit, die. sich in der Welt der Erscheinungen als real aufweisen ließ undher Indeterminist bemühete sich eine solche ihm darzustellcn, und damit eben verlangten und. versuchten beide das Unmögliche. Wir wollen zuerst versuchen, den Begriff der Freiheit zu analysiren. Freiheit ist dem Zwange entgegengesetzt; Zwang aber die von einem Dinge außer mir üuferlegte Nothwepdigkeit, so oder so zu handeln.' Wir nennen den einen Sclaven, der einen fremden Willen befolgen muß, und dagegen den Mann frei, dem seine Handlungen selbst zu bestimmen verstattet ist; diejenige bürgerliche Gesellschaft ist frei, für welche nur selbstgegebene Gesetze verpflichtend sind; jene aber, welche fremdem Willen gehorchen, nach aufgedrungenen Gesetzen sich richten muß, befindet sich im . Zustande der. Sklaverei. Zn diesem Sinne wird das Wort Freiheit so durchgängig m der Sprache genommen, daß darüber auch nicht der