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Sulamith · 1820-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
6 (1820-1824)
Issue
Heft 1
Article
Über den Begriff der sittlichen Freiheit
Date
1820-01-01
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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42, ******-• ihn lehre, er brauche nicht nothwendig den äußern Motiven zu folgen; er könne und müsse vielmehr über dieselben herrschen, und , unabhängig von ihrem Einflüsse, sich selbst bestimmen. Woher sonst das Gefühl der Reue und Strafwürdigkeit, woher die, Vorwürfe des richtenden Gewissens, wenn das Böse, was er that, ihm von außen nothwendig aufgedrungen wurde, wenn er nicht anders handeln konnte? Diejenigen, welche auf die Stimme dieses letztem Gefühls achteten, bildeten die Idee des Indeterminismus aus; sie legten der Seele ein Vermögen bei, aus eigener Selbstbestimmung, ohne alle Rücksicht auf Motive, dieses oder jenes zu wählen und zu verwerfen, und indem sie die Kraft dieses -Vermögens über den Einfluß aller äußern Dinge erhoben, erklärten sie, daß jede Handlung des Menschen, sie möchte nun böse oder gut-sein, ein Produkt dieser freien Selbstbestimmung wäre, und leiteten so die Zurechnungsfähigkeit derselben daraus ab. Aber eben gegen diesen Begriff von Freiheit, der eigentlich nur gesetzlose Willkühr war, lehnte sich der Determinismus mit desto siegreicher» Waffen auf, je mehr er das ganze Gebiet der Erfahrung für sich hatte. Dieser' Mensch, sagte er, hat ein Verbrechen begangen, er hat betrogen, gemordet, gestohlen , aber verändere die Umstände, unter denen!,er handelte, gieb ihm eine andere; Erziehung, andere Geistesbildung, reifere und deutlichere Erkenntniß, ein anderes Temperament, andere Leidenschaften, laß ihn in Gesellschaft mit andern Menschen leben, laß-seine Mitbürger anders gegen ihn handeln, gieb ihm statt der Armuth ein gutes Auskommen, Ehre, Freundschaft und Liebe, statt Verachtung , Zurücksetzung

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