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Sulamith · 1817-01-01 · Heft 2 · p. Seite 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
5 (1817-1820)
Issue
Heft 2
Article
Einige Bemerkungen über Religionsunterricht
Date
1817-01-01
Page
Seite 376 (sequence 7)
Language
German
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־־“״-־־י״״״ 376 wo keine. Schranke aus gröbern Stoffen sein. Wirken mehr einengt, , überzugehen. Dieses geschieht durch jene Erscheinung , welche wir den Tod nennen. Dieser sollte an und für sich nichts Furchtbares für den Menschen ha-! hen. Er ist ja nicht das Ende des Lebens, sondern nur der Anfang eines hohem und neuen; er zerbricht die Schranken des Geistes und giebt ihm seine Freiheit, seine Unendlichkeit wieder. Unsterblichkeit ist so wenig etwas, was dem jugendlichen Herzen erst bewiesen werden muß, als das Dasein eines Gottes. Es muß einen Gott geden,.-weil es etwas Existirendes giebt; die Seele ,muß unsterblich sein, weil sie unendlicher Natur und Leben ist. Alles, was wir Vernichtung nennen, ist nur Schein, nur Umwandlung seiner Form, nur Uebergang aus einem Zustand in den andern , denn was einmal existirt, kann in keinem Augenblicke aufhören, da zu sein. Dieß lehrt uns ein inneres, unwiderstehbares Gefühl, welches in jedem Menschen hervorgerufen werden kann, sobald es nur einigermaßen über sein inneres Selbst in ihm hell geworden ist. Zch möchte die bisherigen Betrachtungen gleichsam die Weihe des jungen Kindes zur Religion nennen. Sie müssen so lange fortgesetzt werden, bis dadurch das ganze Gemüth eine dauernde höhere Richtung genommen hat, bis das Gefühl: es ist ein Gott, eine Unsterblichkeit, eine Lugend so lebendig geworden ist, daß es in jedem Augenblicke der Seele vorschwebt und alle ihre Gedanken und Handlungen begleitet. Magst du sein, wo du willst, o Mensch, mag das Licht des Tages dich umleuchten, oder die Finsterniß der Nacht umdunkeln, immer, immer.

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