Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Bemerkungen über Religionsunterricht
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304639-2308462--05751-2308939- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m Segen begleitet sein soll. Kein Geräusch, kein fremder Gedanke müßte mehr die heilige Stille stören. Selbst von Andacht erhoben, von religiöser Begeisterung entflammt, müßte der Lehrer nun Worte der Salbung zu seinen Zöglingen sprechen, müßte den Gedanken an Gottan seine Mlgegenwart, an unsere Abhängigkeit von ihm recht lebhaft in ihrer Seele Hervorrufen. Er müßte suchen, selbst Thränen den Augen derselben zu entlocken, ausgepreßt von dem innigen Gefühle dessen, was ׳Gott uns ist und sein soll. Und sollte er auch anfangs unter seinen verwöhnten Schülern hier und da Unaufmerksamkeit und Zerstreuung bemerken, das müsse seine eigene Geistcserhebung nicht stören, desto erschütternder und Herz ergreifender müsse er sprechen, bis es ihm gelänge die harte Rinde;.zu zerbrechen und das Herz.zur Aufnähme des himmlischen Lhaucs zu erweichen. Er müßte seine Schüler im Geiste hinausführen in die weite Schopfung, er müßte sie aufmerksam darauf machen, wie alles in der sichtbaren Natur den ewigen Geist predigt, der sie ins Dasein rief, wie alles voll ist des Herrn und seiner Allmacht und Liebe; er müßte insbesondere ihre Augen aufwärts richten zu jenen erhabenen Welten, gegen welche die Erde wie ein Staub verschwindet; dort müßten sie durch das Unendliche die Idee des Unendlichen und Ewigen selbst, nicht fassen — denn welcher Sterbliche vermag dieß? — sondern fühlen, im inner» Geiste anschaunen lernen. Und: wenn dann der Gedanke an Gott das ganze innere Gemüth ergriffen hätte, wenn sie es fühlten , wie unendlich der Abstand des Menschen von dem erhabenen Urgeists wäre, wie: er alles, alles ihm