Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Leichenbegängnisse der Israeliten, nebst Beleuchtung eines deshalb von einem Rabbiner abgefaßten Gutachtens
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
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301 ihre Leichenbhgangmsse!; mit vielen Ceremonien und mit Gepränge gefeiert; rs wurde.Trauermusik angestimmt, und von den Weibern Klaglieder gesungen u. s. w. Das besondere Verfahren der Israeliten bei ihren Beerdigungen muß also einen.andern׳ Grund'haben, und dieser. liegt wie ich glaube,!!wie!der von noch - so vielen andern ihrer Eigenthümlichkeiten, nur in ihrem bedrängten verlassenen Zustande der vergangenen' Zeiten. — Von -den Gesetzen, Sitten, Gebräuchendes Landes ausgeschlossenzu keinem Ehrenamte zugelassen, im Gegentheil stets mit Schimpf,! mit Spott und Hohn herabgewürdigt, mußten natürlich auch ihreBegriffe von Sitten eine anderweitige, oft verkehrteMchtung nehmen/ und dadurch entstanden nun solche Handlungen. — An diesem besonder» Verfahren beim Beerdigen! mag auch noch der Umstand schuld sein, daß sich die Bedrückungen und Erpressungen, dis man gegen diese Glaubensbekenner in den vorigen Zeis ten. ausübte,. ׳sogar!- bis! aus die! Tobten erstreckten, welche nämlich nicht eher begraben, werden durften/ als bis vorher eine Abgabe unter dem Namen Tod t e nzoll*) bezahlt worden. Dieß mag auch die Ursache sein, weshalb die Israeliten noch an manchen Orten in der Stille, eiligst! und verborgen, sogar nur des Nachts, ihre Tobten ohne.das. geringste Aufsehen, ohne Feierlichkeiten zur Erde-bestatten**)! ’ *) I. I. Beck: Vom Recht der Juden Kap. XV.׳ , **) Uns ist kein Ort und keine Gegend im civilisirtcn Europa bekannt, wo eine solche geheime Veerdigungsart Statt findet. Wir wünschten demnach, daß der Herr Verfasser jenen Ort und jene Gegend genannt hatte, oder noch nennen möchte. Der Herausgeber»