Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 5)
- Language
- German
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279 gebildeten Nation, in einem Lande wo ticsdcnkendc Manncr mit hoher Beredsamkeit die edelsten Gefühle und die tröstlichsten Wahrheiten darstcllen; dort wird die eigennützigc Stimme der Habsucht, des Hasses und der Eigenliebe nicht die Stimme der Verminst und der Gcrcchtigfeit verdrängen. Vergebens kann man einem Thcile der deutschen Juden einen Mangel an Dürgersinn und geselliger Thätigkeit zum Vorwurfe machen: Frankreich und dir Niederlande sind hinreichend, diese falschen und unvernünftigen Besorgnisse zu entfernen. Die Juden irr Deutschland und die Katholiken in Irland, deren gerechte Ansprüche vor dem Richterstuhle der Monarchen gewiß Gehör finden werden, werden sich gewiß völlig dem Lande anschlicßcn, in dessen Schooße sie geboren sind, und der Regierung treu sein, unter deren Schutze sie leben, wann endlich dir Stunde der Gerechtigkeit und Billigkeit für sic wird geschlagen haben. Die Sache der Juden in Polen und Deutschland, der Katholiken in Irland, der Sklaven aller Lander und aller Jahrhunderte, gilt in den Augen der Vernunft und der Menschlichkeit nur für eine und dieselbe; und was könnte wohl gehässiger sein, als die Verfolgung gegen einen Theil unserer Ncbcnmenschen, die sich von den andern nur durch ihren Glauben auszeichnen, eine Verfolgung, welche bloß das Erzeugniß einer religiösen Schwärmerei ist, deren traurige Verirrungen man mit Recht beweinen muß! Wahrlich, wer kann ohne Entsetzen sich der Frevelthaten erinnern, mit welchen ein verblendeter und abergläubischer Haufe, trotz den frommen Ermahnungen des beredsamen Mönchs von Elcrvaux, sich zu jenem Feldzüge, vorbereitete, die zuweü