Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rede bei Eröffnung der religiös-moralischen Vorlesungen für Israeliten in Prag
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 8)
- Language
- German
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..- - . 235 Anordnung, aus einem doppelten Gesichtspunkte betrachtet, dennoch eine der größten Wohlthaten, Denn einmal haben die Zeiten neue Verhältnisse herbeigeführt, wodurch sich die Pflichten vervielfältigten; und dann sind jene Lehren fast durchgehendverwebt mit scharfsinnigen Untersuchungen über Ceremonial - Gesetze , die mehr ein Studium der Gottesgelehrten als eine Anleitung für die zarte-Jugend zu sein scheinen. Die wohlmeinende Absicht dieser weisen Anordnung spricht sich sehr deutlich aus. Sie will sittlich gute Ge-- sinnungen und tugendhafte Handlungsweisen befördern; mit andern Lorten: dem jugendlichen Gemüthe Bestimmungsgründe einprägen lassen, das Böse zu meiden, And das Gute zu thun. Beide erfordern in vielen Fallen eine besondere Anstrengung; und die Ueberwindung einer bösen Lust, der Widerstand gegen ein anlockendes Laster, ist der Gottheit ein eben so wohlgefälliges Opfer, als die Ausübung einer schweren, vielen Aufwand von Kräften fordernden Tugend. Doch so ist es nicht in den Augen der Menschen! Nichts einreißen, nichts zertrümmern, nichts verwirren. Alles lassen, wie mau es gesunden, ist zwar gut, giebt i uns aber keinen besonder» Werth. Ausbauen , das Zerstörte wiederherstellen, die Uebel in der sittliche» Welt verringern, das menschliche Elend mildern, und so die : Dissonanzen soviel möglich in Einklang zu bringen: dieß sind Verdienste, wodurch wir die Achtung, das Wohl-- wollen und die Liebe unserer Nebenmenschen erwerben: iSchatze, nach deren Besitz alle gefühlreiche Seelen unaufhaltsam ringen. I 37 * ■