Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rede bei Eröffnung der religiös-moralischen Vorlesungen für Israeliten in Prag
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304639-2308429--05557-2308802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
236 Man ist erst auf halbem Wege, wenn man nur das Laster verabscheut, und keine ungerechte That begehet. Zur moralischen Vollkommenheit gehört thätigc Menschenliebe; dem Nächsten, von welcher Farbe er sei, hülfrcich bcizustchcn, der Gesellschaft, mit welcher man durch eine gesetzliche Verfassung verbunden ist, nützlich zu sein, und Vermögen, Freiheit und das Leben selbst daran zu sehen, wenn das Vaterland in Gefahr ist. Als der Würgengel unter den Israeliten wüthcte, da sprach David zum Herrn: ״Siche, ich habe gesündigt, ich habe mich vcrgangen: dieseSchaase aber» was haben die gethan? O, laß Leine Hand mich und meines Vaters Haus ergreifen!" *) Der König gab sich hin, um das Volk von der Landplage zu retten. Die Falle, wo großmüthige Hingebungen dieser Art gefordert werden, kommen im Leben selten vor; desto häufiger aber solche, wo wir zum Behuf des Gemein- Wesens und der öffentlichen Glückseligkeit manches Gut entbehren, auf manche Vortheile verzichten müssen: und glücklich der Staat, in welchem von allen seinen Mitgliedern׳ die gewöhnlichen Bürgerpflichten genau befolgt werden! Dieses Glück in seiner Fülle zu erziclen^״.haberp, Se. Majestät ferner zu beschließen geruhet, hier ein außerordentliches Lehramt der religiösen Moral für Erwachsene und Lehrkandidaten allergnadigst zu stiften.. Die beglükkende Wühl siel auf meine hier wohnenden Glaubensverwandten. Denn, wie die Stadt Prag durch die huldreiche *) 2. 55. Sam. 24, if.