Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rede bei Eröffnung der religiös-moralischen Vorlesungen für Israeliten in Prag
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 4)
- Language
- German
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»"••«2 ■יZI Herr bekümmert sich bei mir nicht, wa§ im Hause vorgeht, und Alles was er hat, hat er in meine Gewalt gegeben. Niemand ist in diesem Hause größer als ick, unv er hat mir nicht das geringste Vorbehalten, als nur dich, in soweit Du seine Frau bist: wie sollte ich also diese große Ucbelthat begehen?"*) Ein sehr wichtigcr Grund gegen Veruntreuungen andrer Art, nicht das in ihm gesetzte Vertrauen zu tauschen, aber kraftlos und hinfällig wider die Allgewalt des Augenblicks, die das feurige Blut in Wallung trieb. Nun setzte er hinzu: ״Wie sollte ich mich an Gott versündigen?"**) Diese neue Ansicht der Gegenwart, die angstvolle Vorstellung eines schwere» Vergehens an Gott, kühlte plötzlich sein erhitztes Geblüt, und entriß ihn den verderblichen Schlingen jener trugvollen Treubrüchigen. Eine gleiche Vorstellung half eine andere, nicht minder heftige,Leidenschaft unterdrücken. David war,mit seinen Leuten um eine Höhle gelagert, in welcher sein grimmigster Feind, der vom bösen Geiste besessene König Saul, sich einsam und unbewacht^befand. Zu ihrem Anführer sprachen jene Männer: ״Siche! der Tag ist da, von welchem Gott ״erkündete: ich habe deine Feinde in deine Gewalt gegeben. Lhu ihm, also, wie es dir gefällt***)." Nach dem Sittengcfttzr dürftr-dis- Psticht der Selbsrvertheidigung das Vergcltungsrecht gutheißcn. Der unverschuldet verfolgte-David aber antwortete: ״Ferne *) 1. B. Mos. 39, 9. **) Daselbst. *+*) 1. SS. Sam. 24, 5,