Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rede bei Eröffnung der religiös-moralischen Vorlesungen für Israeliten in Prag
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 3)
- Language
- German
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23° mit fccm geistigen Leben, und die anschauliche Verbindung des Menschen mit seinem Schöpfer, gicbr uns nur die Religion. Sie crtheilt uns "das Gefühl hoher Würde, belehrt uns kräftiger und lebhafter über unsere endliche Wesiimmung: und von ihrer Feucrsglut entflammt, erhalten wir die Fertigkeit uns behend zum Guten anzuschicken, und es eben so schnell auszuführen. Aus ihr allein entsprang jene heroische Ucbcrwindung des so oft geprüften, und in seinem Glauben immer fest befundenen Patriarchen, das Thcucrste seines Lebens, den durch kein geringes Wunder erhaltenen einzigen Sohn auf dem Altar verbluten zu lassen. Ms der Untergang von So» dom und Gomora, von diesen Nestern der schwarzestcn Gräuel, beschlossen ward, verwendete er sich für sie bei dem Herrn; und hier, wo cs das junge, schuldlose Leben seines Geliebten galt, siegte er im heftigen Kampfe mit der Natur und schwieg: denn es war ein Gebot des Unerforschlichen! Hier haben wir die Allmacht des Glaubens! Wenn Ein Regulus aus Patriotismus freiwillig in die harte Gefangenschaft zuruckkrhrt, so haben Millionen ihr Leben mit ruhigem Gemüthe hingcgeben, um der Religion ihrer Vater treu zu bleiben. — Im Gedränge der Leidenschaften, auf dem schlüpftigcn Pfade des menschlichen Lebens, wankt nicht/selten der Starke gleich dem Schwachen, und er strauchelt, wenn ihn nicht GotteS Hand ergreift, wenn die Religion ihn nicht mit neuem Muthe belebt, und br: seiner Reinheit erhält. Als jenes geile Weib ihre verführerischen Reize auf die Unschuld Josephs spielen ließ, woher nahm dieser die Kraft zu widerstehen? ״Siehe!'s sprach er, ״mein