Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rede bei Eröffnung der religiös-moralischen Vorlesungen für Israeliten in Prag
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 2)
- Language
- German
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tcr sublunarischen Schöpfung stellt, so versetzt ihn die geoffenbane in höhere Regionen, macht ihn zum, Bürger der Geistcrwclt,, bringt ihn der Gottheit näher und näher. Menschen, deren ganzes Wesen gleichsam eine lebendige Logik ist, die, so zu sagen, mit der Vernunft empsindcn, bei denen jedes Gefühl sich in Gründe auflöset, besitzen selten di: lobenswerthe Fertigkeit, zur Ausübung einer schweren Tugend - sich schnell zu,Mschttestcn. Sie denken viel, und thun wenig. Gilt es eine große Aufopferung; soll Vermögen, Freiheit, oder,das Leben zum Westen der Gesellschaft preisgegcbcn werden, geht nicht selten über ihren verzögerten Entschluß die Gelegenheit vorüber, bei welcher jene Aufopferung nöthig und heilsam war. Nicht ungleich manchem jungen Arzte^der bei all seinem wissenschaftlichen Reichthum in dem ersten verwickelten Falle einer bedeutenden Krankheit in eine bange Verlegenheit kommt; und nicht selten trägt es sich zu, daß bevor er mit seinem Nachsinnen über die Wahl der Heilmittel zu Rande ist, der Kranke schon den Geist aufgegeben hat. — Es gicbt Gefahren, denen augenblicklich abgeholfen werden muß; und der kommt mit seinerRettung zu spät, we.cher zuvor eine lange Kette von Vernunfrschlüssen, durchläuft,, und erst alle Umstände und deren entfernte Folgen * in Berathung ziehet. Die kalte Zergliederung lahmt oft den besten Vorsatz; und gewisse moralische Handlungen verlieren den schönsten Theil ihres Werths, wenn sie nicht rasch , und, mit Feuer vollzogen werden. Eine höhere Ansicht der Welt und ihrer Begebenheilen, einen klaren Blick in die Verkettung des irdischen