Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Erziehungs- und Lehranstalt für die Israelitische Jugend in Mannheim
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 14)
- Language
- German
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■ ' I0Y ■ h. Positive Religion; der junge Israelit muß -nämlich, als solcher, mit der Religion seiner Vater frühzeitig vertraut werden: damit er im izten Jahre seines Alters, dem Jahre religiöser Majorennität, von des Glaubens Dogmen *) und den vorzüglichsten Ge- und Verboten des Gesetzes genügende Kenntniß habe, und von der Bestimmung des Israeliten im Verhältnisse zu Gott, dem Staate und seinen Mitbürgern gemüthlich und geistig durchdrungen sei. Es -wird sich zur Genüge aus dieser Erkenntniß ergeben, wie unstatthaft die Beschuldigung sei, die jene blinden Eiferer und Egoisten durch die Behauptung: den Israeliten mache seine Religion zur Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten unfähig — auf das Judenthum wälzen wollen, aus dessen heiligen Quellen die Stifter des Christenthums stets schöpften, und seine Lehrer noch heutiges Tags den Text zur Veredlung und Erbauung der Christen nehmen. Fa, erhellen wird es, daß diese Religion außer den Vorschriften des, in den Schicksalen des Volks und seiner *) Obgleich von Symbolen des Judenthums, in dem Sinne wie sie dem Ehristenthum eigen sind, die Rede nicht sein kann — da, wie. schon Mendelssohn im I e r u sa l e m'-paZ. 121. zeigt, dasselbe nur ein Thun und Lassen, aber keineswegs einen Glauben an gewisse Grundwahrheiten zur religiösen.Pflicht macht — so liegen doch diese Dogmen logisch und gleichsam stillschweigend der jüdischen Religion zum Grunde, welches auch altere und neuere jüdische Religionslehrer anerkannten und würdigten.