Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Moden
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 4)
- Language
- German
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Man sich über düs Äpfer einer Hand, eines Augs, oder eines Fußes wundern? Aber durch Nachahmung der Herrschenden Mode, machen sich die guten Damen zu Marty- Lern, ohne daß ihnen das irgend Jemand zur Hofhuldigung anrechnet. Noch würde die Tyrannei der Mode erträglich sein, . wenn sie sich auf den Bezirk der Gegenstände einschrankte, die zum äußern Putz gehören. Aber schon seit langen Zeiten ist diese eroberungssüchtige Dame weit über diese Granzen hinübergestreift. Jetzt streckt sie ihren Zepter über alle Provinzen der Sitten und Gebräuche aus. Es ist Mode, auf diese oder jene Art zu gehen, den Körper in dieser oder jenen Stellung zu halten, so oder so zu essen, laut oder sachte zu reden, sich dieser oder jener Wörter und Phrasen zu bedienen, die Chokolade kalt oder warm zu trinken, sich über diesen oder jenen Gegenstand zu unterhalten. Sogar sich diesem oder jenem wissenschaftlichen Fach zu widmen, ist zu einem Gegenstand der Mode geworden. Mbs de la Mothe sagt in seinem Journal vom tzten März 16g6, daß um jene Zeit das Studium der Mathematik unter den französischen Damen zur Liebhaberei geworden, und unzählig viele Verehrerinnen gefunden habe. Die Mode in den Zusammenkünften der schönen Welt von Gegenständen der Galanterie zu sprechen, wurde auf eine Zeitlang bei Seite gelegt. Man hörte kein süßes zärtliches Wort mehr; man hörte keine andern Wörter widertönen, als Probleme, Theoreme, Winkel, Rhomboiden, Erapezien u. s. w. Der arme geputzte Stutzer, der sich voll Vertrauen auf drei bis vier