Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Moden
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 3)
- Language
- German
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. Und daher kommt es, daß alle oder fastalle Moden anfangs übel zu kleiden scheinen. Daher verlieren die Töchter der Mode fürs Auge immer einen Theil ihrer natürlichen Reize. Hat die Zeit dem Geschmack irgend eine Mode erträglich gemacht, so wird sie gleich durch eine neue, dem Geschmack anfangs eben so anstößige Mode verdrängt. Folglich sind der Intervallen sehr wenige, in welchen das schöne Geschlecht im wahren Zauber? reiz des Putzes .schimmert, oder-besser gesagt, wo der Putz seinen Natürlichen Zauberreiz nicht verdirbt. . —- — —f Ich habe manchen schönen Arm in so harte Kerker eingefesselt gesehen, daß alle Kommunikation zwischen Kopf und Händen gesperrt,- die Schultern aus ihrer natürlichen Lage herausgeguetscht, und die Atme in die schmerzlichste Tortur eingeprest waren. Und warum das? -יweil aus Paris in Madrid die Zeitung einlief, das sei so Mode. Man lacht, wenn man im Plutarch liest, daß die Höflinge Alexanders aus Affektation den Kopf über die linke Schulter hangen ließen, weil ihr Fürst sich's so angewöhnt hatte׳, oder im Diodor von Sizilien, daß die Höflinge des aethiopischen Königs sich verunstalteten, um die Verunstaltungen ihres schwarzen Mionarchen nachzuahmcn; daß sie sich sogar hinkend, einäugig und einhändig machten, wenn ihr König hinkend, einäugig oder einhändig war. Wenigstens war doch da ein Interesse, war doch das eine Ehrsurchtsäußerung, um sich der Gnade des Fürsten zu empfehlen. Und wenn man bei uns Höflinge sieht, welche die Schmeichelei so weit treiben, daß sie Gewissen und Redlichkeit aufopfern, warum soll