Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Moden
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 5)
- Language
- German
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neu erfundene zärtliche Einfälle, die seinen Witz unendliche Anstrengungen gekostet haben mochten, in eine Gesellschaft von feinen Damen Weinwagte, fand sich beschämt, ver- . stummte , und verstand kein Wort von dem, was geredet wurde. Ein alter, kahlköpftigter milzsüchtiger Mathemaliker, war dem schönen Geschlecht willkommner, erhielt mehr Gehör, als der feinste liebenswürdigste junge Hofmann. Man schlug einer von jenen geometrischen Schönen, eine vortheilhaste Heirüth vor, aber sie machte es ihrem Liebhaber zum unwiderruflichen Gesetz,' daß er lernen müsse, — ׳Teleskope zu machen. Eine andere brach mit einem sehr liebenswürdigen Chevalier, bloß , weil er bei einem verabredeten Rendezvous ihr nichts neues über die Quadratur des Zirkels gesagt hatte. Die beharrliche Anhänglichkeit der-Damen an dieß abstrakte Studium ging weit. Eine derselben hatte sich mit einem Manne verheirathet, der ihm eben nicht so zugeneigt war. Sie mußte für ihre zu wenige Vorsicht büßen. Der Mann suchte sie vergeblich von der Astrono manie zu. heilen. Am wenigsten konnte er es vertragen, daß seine gelehrte Hälfte jede Nacht mit dem Teleskop , in Gesellschaft von Mathematikern, den gestirnten Himmel Untersuchte. Nach Mancher fruchtlosen Vorstellung und daraus entstandnem ehelichen Zwist, faßte er endlich den Entschluß, sich auf ewig von ihr zu trennen. --- Die größte Tyrannei der Mode ist diesenige, die sie im Gebiet der Natur ausübt, die doch unter jeder Rücksicht von ihrer Herrschaft frei fein sollte. Die Farbe des Gesichts, das Ebenmaaß, der Züge, die Ml-