Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Moden
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Herstellung aller Dinge, wenn nach dem Umlauf einer großen Reihe von Jahren, die Himmelskörper, wieder .in die nämliche Stelle rücken würden. Dann wähnte er — würden die nämlichen Menschen, die nämlichen Thiere und Pflanzen wiedergeboren' werden; das Schicksal würde die nämlichen Begebenheiten reproduziren. Hätte er sein System auf die Moden eingeschränkt/ so wäre cs nicht Traum, sondern Prophezeihung gewesen. Heute wird aufs neue der nämliche Gebrauch,geboren, der vor zwanzig. Jahrhunderten-starb. Unsere Borältern sahen ihn. greis und hinfällig, unsere Zeitgenoffen sehen ihn in den Wiegenwindeln. Damals wurde er von Ekel und Ueberdruß begraben; jetzt wird er von Laune und Grills rpiedcr auferweckt. —־— ־־־ Frauenzimmer, die so sehr durch Putz sch ö-. ner zu scheinen suchen; scheinen gewöhnlich durch die häusigen Annahmen derMode haßli eher. Auch für den flatterhaftesten Geschmack muß erst einige Zeit verstreichen, eh' dem Auge das Abentheuerliche einer neuen Mode familiär wird, Neue Gerichte verursachen Anfangs eine üble -Digestion, und eben das widerfährt den übrigen Sinnen in Ansehung der ihnen entsprechenden Gegenstände. Immer , muß in unserm Umgang mit dem Aus» ländischen eine Zeitlang verflossen, sein, eh' es ihm glückt, unfern Geschmack zu bestechen. In einem Augenblick lassin sich aus der Seele die angenehmen Eindrücke die sie empfangen hat, nicht wieder auswischen; und bis sie verwischt sind, sind ihr alle entgegengesetzte Eindrücke unangenehm.