Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 16)
- Language
- German
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18 י Schein von der Wirklichkeit nicht unterscheiden konnten, oder wollten , und so ward manches Gute im reifsrn ^Werden schon vernichtet, und manches im Keime noch er« stickt. - Schon war ich nahe daran, wo nicht auf den Weg meiner Widersacher hinzulenken, doch auf meinem eigenen Pfad, auf halb zurückgclegter Bahn, still zu stehen. — Aber wie von einem/Blitze ward mein umdüstertes Gemüth erleuchtet. Ein Funke fiel auf meine in dichtesten Nebel gehüllte 'Bahn, und loderte bald zur hellleuchtenden Feuersaule auf. Hoffnung hieß dieser Strahl, — Stärkung und Muth sein Gefolge. ״Seele! was betrübst du dicht (Rief ein holder Genius mir zu) Warum ist dir so bange?- Harre nur zu Gott, Ihm wirst du einst noch danken*). ״Denke den Lagen der Vorwelt nach," setzte, er hinzu, ״sie werden dich belehren, daß die besten, die edelsten der Menschen, die in ihrem Kreise, ja in aller Welt das Gute zu verbreiten sich beflissen , von ihren Zeitgenossen verkannt, gedrückt, verschmähet und verfolgt wurden. Die Geschichte, diese Nichterin der Borwelt, dieser' Spiegel der Mit- und Nachwelt, sie wird in unzähligen Beispielen dir es darthun, daß die meisten, ja fast alle- Lehrer der Tugend und der Wahrheit, die ihre Mitmenfchen in der Bildung und Veredlung vorwärts zu führen sich bestrebten, und die bei diesem edelsten der Geschäfte, *) Psalm 42, 12.'