Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 14)
- Language
- German
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Kraft- und Ausdauer HA, auf den heutigen Lag ihm ver- -liehen hat. ' ..... :■ ■.\; , - ' Ich habe wahrend meiner Amtspilgerschast derFreuden manche genossen, aber auch der Leiden unzählige hart gefühlt. "£).! ich mußte die Bitterkeiten des Lebens oft in vollen Zügen-einschlürfen. Es gab mehr als einen Wag, an demUch -um meine Erhaltung^ bekümmert war. Sorgenfür das Allerunentbehrlichste-lasteten, drückend auf mir, eine Verlegenheid warf mich immer einer größer!! ln die Hand, .NNL.alle Aussichten des -Entkommens waren - mir versperrt. Um die Achtung ׳ der Menschen, die den innern Werth ihres Bruders nur nach seinen äußern Umständen׳ schätzen , nicht zu verlieren, mußte ich meinen Kummer in dem Innersten meines-Herzens,^ das dessen übervoll war, verbergen ,, und. konnte ihm weder durch Seufzer noch durch Lhränen Lust machen. Wahrend dies ' ses Herz mit Sorgen bis zur Ohnmacht, gepreßt war, mußten meine Lippen ein Lächeln, mein Auge eine Heiterkeit erzwingen, die so wenig mit meinem Charakter und Temperamente als mit Meinen Umständen.und Mit dem was in meinem Innern vorging, harmonirte, um nur meiner Gattin und meinen Kindern, in deren Leiden sich das meinige tausendfach vervielfältigte, den Muth zur Ausdauer nicht zir benehmen; und,um meinen Schulkin? dern die Schuld ihrer Väter nicht zu vergelten, mußte ich mich selbst vergessen. ' Selbst der Schlaf, dieser wohlthatige Freund der Leis denden, der wie der Tod, den Tyrannen seinem ,Skla-- vm, den im Ueberflusse Lebenden seinem im Mangel darbenden Bruder , den im Glücke Schwelgenden seinem