Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 13)
- Language
- German
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die der Lehrstand in einem vollständigem Grade, als so mancher andere Stand bedarf, denn der Schulmann W nicht nur Lehrer seines Lehrlings sein , sondern zugleich Muster und Vorbild ihm abgeben. Die Augen aller, der Kinder wie der Eltern, der Vorgesetzten, wie dev mit ihm im gleichen Verhältnisse stehenden, sind auf ihn gerichtet. Der kleinste Fehler an ihm erspähet, kommt bei ihm in Anschlag, und der geringste .Splitter wird zum Balken ihm angerechnet. Zudem dämmen sich sei-- nein Willen und Streben zum Guten, der Hindernisse unzählige׳ von so verschiedenen Seiten-, von so mannigfaltigen Arten und - von so veränderlichen Gestalten entgegen, die seinen Muth, seine Standhaftigkeit und seiuen Willen gar oft mächtig erschüttern. . Vorzüglich Müssen auf dieses Mißgeschick jene unsers Amtes gefaßt sein, welche׳ sowohl in Ansehung ihrer Kenntnisse als ihrer Thätigkeit über das Gemeine, sich erheben, nicht nur andern nachsprechen, sondern selbst denken wollen, das Gute einsehen, und mit Kraft und Muth es zu erzielen streben. Ich theile euch, werthen Frennde! hier meine vieljährige Erfahrung mit. Nicht etwa in der Absicht geschieht es, um euern Muth zu lähmen, und von der von euch mit so vielem guten Willen betretenen Bahn zurückzuschrecken, als vielmehr euch in euerm so löblichen Unternehmen zu stärken, indem ich euch meine Leiden unverholen darstelle, und zugleich das Mittel angebe, welches meinen Muth gestählt, und bei allen Angriffen ihn nicht nur allein nicht geschwächt, sondern um so mehr Festigkeit,