Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 12)
- Language
- German
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Um so erzogen, daß sie in die gegenwärtige Wett,' set sie auch verderbt, passen. Sie sollen aber besser erzogen Werden, damit ein zukünftiger besserer Zustand hervor-- gebracht werde. Dieses große Ziel darf der Erzieher nie aus den Augen verlieren; diesem höchsten Zwecke müssen alle Unter- und Nebenzwecke auf das genaueste, und pünktlichste zusagen; dieses oberste Prinzip der Erziehung muß das Centrum sein, worin alle Radiese ihren Brenn- Punkt finden. Und erreicht der Erzieher dieses Ziel , so hat er seine Bestimmung erreicht, so hat er seine Pflicht erfüllt. — HiennL wäre die erste Unserer Fragen beantwertet. Wollen wir aber , l. F., Andere vervollkommnen, oder wenigstens, der Vollkommenheit naher bringen, so muß unsere eigne Vervollkommnung vorausgehen. Daß kein rechtlicher Mensch, der sich selbst und zugleich sein Amt nicht herabwürdigen, und einen bloßen Lohn- und Frohnknecht abgeben will, eine Lehrstelle übernehmen wird, bevor er sich nicht von dem zu lehrenden. Gegenstände selbst ein gründliches Wissen, und ln der Methode Andern ihn beizubringen, eine Fertigkeit erworben habe, dann, daß reifliches Nachdenken und unermüdete Uebung uns der Vollkommenheit in unserm Amte allmalig näher bringt*), bedarf keiner Erwähnung, schwerer -aber ist es unserer innern Vollkommenheit uns zu nähern, *) Nach dem talmudischm Ecfahrungßsatze: Vieles erlernte ich von meinen Lehrern, mehreres noch von meinen Mitschülern, das meiste aber von meinen eignen Schü-