Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 5)
- Language
- German
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- Unser Blick muß. bis in die fernste Zukunft sich erstrecken, und nach diesem erweiterten Gesichtskreise müssen wir unser Denken und Handeln, unser Wollen und Khun, unser Streben und Wirken einrichten. Der bedachtsame Säemann streuet nicht den Samen in die aufgerissene Erde, um bloß den -Bedarf der ihm zunächst liegenden Zukunft zu decken, sondern um zugleich wieder neuen Samen für die ferne Zeit zu erhalten. Er weiß es wohl, Laß je besser sein Feld bestellt, je mehr das Unkraut ausgejätet wird, um so reiner wird auch das künftige Saatkörn, und um so zuversichtlicher kann er auch für die spätem Zahre noch, einer reichen Erndte entgegensehen. In eben diesem Verhältnisse stehet auch die Erzie- Hung. Je größer die Summe von besser erzogenen Bätern, Müttern und Lehrern ist, die aus unfern Lehr- And Bildungsanstalten gehen, um so näher rückt sie dem Ziele ihrer Vollkommenheit, um so kräftiger bezwecken wir das allgemeine Beste, um so mehr befördern wir den Willen Gottes, und um so besser leisten, wir unserer Berufspflicht Genüge. . ״Bloß durch die Bemühung der Personen von extendirten Neigungen, die Antheil an dem Weltbesten nehmen, und der Idee eines zukünftigen bessern Zustandes fähig sind, ist die allmälige Annäherung der menschlichen Natur zu ihrem Zwecke möglich. ״Dieß sind Worte des . großen -Kant. — Wen von uns, werthen Freunde! muß der herrliche Gedanke, Mitarbeiter an dem Besten des ganzen Menschengeschlechts zu sein, nicht die'Brust erweitern; wen nicht mit unwiderstehlichem Krieb zur