Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 4)
- Language
- German
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eigenen Frage dienen. Mit einem undurchdringlichen Schleich ist so das Wie als das Warum in Gottes Wirken verhüllt, wer vermag ihn zu lüsten! — . Was qber uns aufgegeben ist, lvas wir erforschen können und erforschen sollen, ist: 1) Was unsere eigentliche Bestimmung aufdiesem Standpunkte sei. 2) Worin wir unfern Lohn suchen und finden sollen. Die Auflösung der ersten Aufgabe kann uns nicht schwer fallen. Da die Bestimmung des Menschen über- Haupt ist, sich selbst und andern, so viel als möglich der Vollkommenheit, und durch sie der Glückseligkeit immer naher zu bringen, so kann unsere Bestimmung als Schulmänner, nicht nur keine andere als eben dieselbe fein, sondern sie ist die wesentliche, ja die einzige , alles übrige ausschließende Pflicht für uns. Was jeder andere Mensch in seinem Berufe, in Bezug auf Vervollkommnung seines Nebenmenschen, bei sich ihm darbietender Gelegenheit thun soll, dieses legt unsere Berufspflicht uns auf unabläßig thun zu müssen. Dieß also ist unsere wahre Bestimmung. Allein wer von uns der Meinung wäre, seine BestimmUng sei bloß für die beschränkte Gegenwart berechnet, der hat wahrlich noch keinen richtigen Begriff von der Wichtigkeit seines Berufs. Ihm fehlt das kräftigste Kriebrad, welches seiner Zchätigkeit den energischen Schwung gehen, und unabläßig ihn dabei erhalten soll. Nicht nur die gegenwärtigen vor uns befindlichen Zöglinge sollen wir zum einzigen Zielpunkte unserer Bemühungen nehmen, wir muffen einen ausgedehntem Horizont uns verschaffen.