Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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־ - ־ 390 kannst, so wirst du gewiß Spuren von der geheimnißvollen Verkettung finden, die durch alle hindurchgeht. Du wirst einschen, warum dieß so und nicht anders kommen durfte, warum dir jenes Unglück und dieses Glück begegnen mußte, und wenn dann dein Herz nur einiges Gefühl für das Höhere im menschlichen Leben hat, so wirf dich nieder auf deine Knien vor dein Wesen , das mit Vaterliebe auch das Schicksal des geringsten Wurmes lenkt, das dich behütet auf allen deinen Wegen, dessen Pfade Labyrinthe scheinen und doch die besten und kürzesten waren, um dich zu deinem wahren Glücke zu leiten. Lerne einsehen, daß du für ein höheres Dasein bestimmt bist, daß dieses irdische nur eine Uebungsschule, eine Läuterung und Prüfung sein soll; daß dein wahres Selbst nicht dieser Körper von Erde , sondern dein unsterblicher Geist sei, daß keine irdische Freude das Entzücken aufwiege, welches der geistige Mensch fühlt, wenn er sich über die-Sinnenwelt hinweg in jene intellektuellen Sphären schwingtwo er das Göttliche selbst ahnet. Darin liegt deine Bestimmung, dieß sei das Ziel deines Strebens. Magst du nun in diesem Leben hoch oder niedrig, reich oder arm, ein Fürst oder.ein Bettler sein: alle diese äußern Formen brauchen auf dein wahres Selbst keinen Einfluß zu haben. Sie find die Gewänder, welche deine irdische Existenz umhüllen, aber durch sie hindurch muß dein, unsterblicher Geist stralen, der weit über Alles das erhaben ist, was der vom Schein getäuschte Erdbürger preist oder bejammert. Er muß hindurchstralen durch die groben Hüllen von Erde und zu Gott, seinem Urquell, sich aufschwingen. Dann kann er in begeistertem