Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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-- 389 heckt er das Tuch von dem Schädel, indem er mit starker Stimme ihr zuruft: Siehe Frau, das ist der Kopf deines Mannes, den du schändlich ermordet hast. Sie * erschrickt und der Anblick raubt ihr so alle Besinnung, daß sie laut ausruft: Ach Gott, ja das ist der Kopf meines seligen Mannes und der Nagel steckt auch noch darin, den wir ihm hineingeschlagen haben. So hatte cs also die Vorsehung gelenkt, daß dieses Verbrechen nach einer so langen Reihe von Jahren, in einem Z׳lpunkte, wo die Thäter gewiß eher den Einsturz des Himmels, als eine Entdeckung desselben erwartet hätten, doch enthüllt und die Schuldigen bestraft werden mußten. Kann in der That ein vernünftiger Mensch das Alles nur für bloßen Zufall halten? Sieht man hier nicht deutlich die unsichtbaren Fäden hervortreten, welche die Umstände so lenkten, daß das tief Verborgene doch offenbar werden mußte? Darum glaube, o Mensch, an eine höhere Weltregierung und verbanne die Idee des Zufalles aus deiner Brust, der in einer Welt unmöglich Statt finden kann, die von der höchsten Weisheit geschaffen ist und erhalten wird. Was dir auch begegnet, es ist die Wirkung einer höchstweisen Verkettung aller Ereignisse. Niemals und nirgends treibt ein bloß blindes Ungefähr mit dem Menschen sein Spiel. Mag dir Glück oder Unglück widerfahren: alles ist nach ewigen Gesetzen ge« ordnet und zu deinem wahren Heile dir beschieden, welches freilich oft ein anderes ist, als deine thörichten Wünsche sich erbitten möchten. Achte daher mit Aufmerlsamkeit auf den Gang deines Lebens und sobald du eine Reihe von Gegebenheiten in demsäben überblicken