Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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388 fortsetzen zu können, mit dem Gesellen ihres Mannes eine zweite Ehe zu schließen sich genöthigt sehe. Man kann ihr darin gerade nicht Unrecht geben und entfthuldigt die kurze Dauer ihrer Wittwenschaft mit dem Drange der Umstände. Einige finden zwar die Sache etwas vsrdächtig, aber da ihnen aller weiterer Grund fehlt, so lassen sie ihre Gedanken nicht laut werden. Alles bleibt also verborgen. Acht und zwanzig Jahrs später macht der Todtengräber einst ein Grab. Er stößt dabei auf einen Todtenschädel, den er heraus wirft. Bald nachher wird er gewahr, daß der Schädel sich bewegt; er untersucht die Ursache und findet eine Kröte in der Höhlung, zugleich aber entdeckt' er auch, daß ein langer Nagel durch die Hirnschale geschlagen ist. Er trägt nun den Schädel zu dem Pfarrer des Drts und meldet seine Entdeckung. Dieser vermuthet gleich ein geheimes Verbrechen, stellt Erkundigungen an , wer wohl da begraben liegen könne, erfahrt, daß vor 2g Jahren der Schmidt an der Stelle beerdigt worden sei, und läßt nun die noch lebende Frau rufen- Als sie kommt, heißt er sie sich gegenüber an einem Tische niedersetzen, auf dem der Schädel mit einem Küche verdeckt liegt, erkundigt sich nun nach ihren Umständen, nach der Kodesart ihres ersten Mannes und der Veranlassung zu ihrer zweiten Ehe und giebt ihr nicht undeutlich zu verstehen, daß er sie für die Mörderin des ersten Gatten halte. Sie wird darüber aufgebracht aud drohet, .ihn zu verklagen, wenn er seinen Argwohn nicht sogleich zurücknehme. Darauf fragt er sie, ob sie wohl ihren seligen Mann wieder erkennen würde / wenn sie ihn vor sich sähe, und zugleich