Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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™" -385 zusammen, welche Jung gerade 14 Tage nach jenem merkwürdigen Abend empfing, davon seine Schulden bezahlen und den ganzen Winter durch leben konnte.-Man möchte wohl fragen: war dieß alles wirklich nichts als Zufall? Sieht man hier nicht offenbar die geheime Verkettung der Ereignisse, regiert von dem Gotte der Liebe, der für alle seine Geschöpfe sorgt? Jungs inniges Gebet, die Angst, welche seine Seele erfüllte, trat *) magnetisch wirkend in die Reihe der-Begebenheiten ein. Sie war die Ursache, welche in dem Herzen seines Wirthes, ohne daß dieser selbst darum wußte, den Gedanken weckte, Jung zu besuchen; sie war es, welche in noch größerer Entfernung die beiden Freunde zusammenführte und sie zu dem Entschlüsse bewog, ihn so nahmhaft zu unterstützen. Wer auf die Vorfälle seines eigenen Lebens aufmerksam ist, wird gewiß mehr als Ein Beispiel ähnlicher Art aufführen können, wo ein herzliches Gebet ähnliche Wirkungen hatte. Aber die wenigsten Menschen besitzen diese Art Aufmerksamkeit. Gewöhnt an das Rohe und Gemeine, ist der Sinn so Vieler für das Feinere und Höhere verschlossen; sie wollen weder von Gottes unmittelbarer, noch mittelbarer Leitung etwas wissen, und machen lieber eine blinde und gesetzlos - wirkende Gottheit, den Zufall, zum Beherrscher des Weltalls. Nur der acht religiöse Mensch, der, in dessen Herzen der Gedanke an Gott wahrhaft lebendig ist, der alles, was ihm wider- *) Ich habe mich über den Sinn dieses Ausdrucks in einer besondern Schrift: Betrachtungen über den animalisehen Magnetismus rc. Leipj. . bei Voß, 1817, näher erklärt. v• Jahrg. 1. Band. 27