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Sulamith · 1817-01-01 · Heft 1 · p. Seite 383

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Journal
Sulamith
Volume
5 (1817-1820)
Issue
Heft 1
Article
Einige Gedanken über den Zufall
Date
1817-01-01
Page
Seite 383 (sequence 9)
Language
German
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383 Wenn der Mensch ein religiöses Gemüth hat, so ist er von Gottes höchster Theilnahme an allen ihn treffenden Ereignissen überzeugt; ja selbst, wenn er eine unmittelbare Einwirkung Gottes annimmt, so ist seine Vorstellungsart bei weitem folgerechter, als wenn er ein Unding, wie der Zufall ist, an die Spitze stellen wollte. Diese Borstellungsart hat überdieß das unverkennbare Gute, daß sie uns mit gläubigem Vertrauen auf-Gott, mit Muth und Trost׳ im Leiden, mit Hoffnung des Bessern im-Unglück erfüllt; daß sie uns mit religiösen- Empfindungenbegeistert und zum brünstigen Gebete zw dem Gotte der Liebe- und der Erbarmung erweckt. Ein solches Gebet »wird dann auch erhört, denn es muß: mit zu den unsichtbaren Fäden gerechnet werden, welche die Erscheinungen verknüpfen. Jung hat aus seinem ׳Leben mehrere hierher gehörige Vorfälle ausgezeichnet; die gemiß merkwürdig sind. Ich will nur einen als Beispiel ausheben. Als er in Straßburg studirte, hatte er ein Kollegium über Geburtshülfe angenommen, wofür er Argen seine Erwartung 6 Louisd'or vorausbezahlen sollte.- Er hatte sich, ehe er dieß noch wußte, den Montag- Abend bei dem Professor als Theilnehmer unterschrieben, und dieser kündigte nun: seinen Schülern an, daß das: Geld den Donnerstag Abend gezahlt werden müßte. Er war in der größten Verlegenheit, seine Kasse erschöpft und nirgends ein Ausweg zu erblicken, wo er Geld bekommen könnte; ohne pünktliche Zahlung aber wurde fein Name-, wieder ausgestrichen, welches für ihn nicht nur schimpflich? war, sondern auch seinen Kredit schwächte. Er war sehr traurig; er Mete, von innerer Angst gequält, zu Gott

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