Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307748--05181-2308251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
382 wo sein Wahrnehmungsvermögen nicht scharf genug ist, die Verbindungsfädcn zu verfolgen, diese doch nichts'desto weniger Statt finden müssen. Vergleichen wir nur den Menschen mit dem Khiere. Dieses letztere kann nur in sehr wenigen Fallen ,;in Dingen , die--unmittelbar mit seinem organischen Leben zusammcnhängen, einen Begriff von Kausalität haben , alles Ucbrige müßte .ihm als Zufall erscheinen, wenn es?anders fähig wärediesen Begriff zu bilden. Wie viel kanN dagegen schon der Mensch von dem allgemeinen Zusammenhangs übersehen, und so laßt sich nach dem Gesetze , der Analogie schließendaß auch da, wo seine Blindheit nur Zufall erblicktein Wesen aus einer hohem Sphäre die Verbindung mit dem Ganzen erkennen würde, obgleich auch für dieses noch eine Menge Ereignisse übrig bleiben würden , die ihm als Zufall erscheinen״ müßten. Ja dieß letztere wird auch bei dem höchsten endlichen Wesen der Fall sein müssen, denn nur die Gottheit allein, vermag es das Kunstwerk , welches sie selbst bereitet hat, nach allen seinen innern Triebfedern aufs vollkommenste zu durchschauen. Auch in der Ansicht der Menschen findet eine Verschiedenheit Statt. Menschen von irdischem. Gemüthe haben.besonders die JdeerLes Zufalles lieb-; sie leugnen alles, was nicht von den Körpersinnen empfunden werden kann; ^Menschen dagegen , ׳ deren - Streben nach dem Höher» gerichtet ist, erblicken in Allem׳ die Fügungen Gottes und glauben in so fern' an den unsichtbaren Zusammenhang, daß sie Gottes Willen überall als die wirkende Ursache eintreten lassen. . -■׳ --׳ י ״ :"׳ ״- -;