Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307748--05177-2308247- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
378 — der Ereignisse, so ist Alles in der Welt regel- und gesetzs los, so ist keine göttliche Weisheit der Lenker des Ganzen und. die Idee der Gottheit ist ein Unding. Oder wollen wir nur bei großen und wichtigen Begebenheiten ihren höher!: unsichtbaren Zusammenhang anerkennen und den Begriff des Zufalles auf die kleinen und unbedeutenden 'beschränken? Wissen wir denn aber, was klein und unbedeutend in dem unendlichen Gange eines Weltganzen ist? Sind da auch in der Lhat keine Folgen mehr, wo wir mit unserer Beschränktheit und Schwäche keine zu erblicken vermögen? Oder kann ein nach weisen Gesetzen geordneter Weltzusammenhang Statt finden, wenn irgend ein Einzelnes von diesem Plane ausgeschlossen und der Willkühr eines blinden Ungefährs Preis gegeben ist? Es ist zwar allerdings wahr, wir dürfen uns die Erschein»!:- gen-der sittlichen und intellektuellen Welt nicht dem Gesetze einer unbedingten Notwendigkeit unterworfen denken. Unser Geist ist ein freies Wesen, d. h. er kann Unbedingt eine Reihenfolge von Handlungen anfangen, die keine weitere Kausalität, als seinen Willen zu haben braucht. Aber auch diese Freiheit ist nicht schranken- und gesetzlos und von dem obersten Regierer der Dinge, vermöge seiner Allwissenheit bei dem Weltplane mit in An- Wag gebracht worben. Es giebt in diesem Weltplane von einem Punkte zum andern der Wege unendlich viele; die Wahl unter diesen ist uns frei gelassen, und je nachdem diese Wahl weise oder thöricht ausfällt , desto früher oder später, leichter oder schwerer gelangt der Mensch zu dem beabsichtigten Ziele. Den Plan des höchsten Weltenlenkers vermag aber kein endliches Geschöpf, trotz