Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 5)
- Language
- German
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379 aller seiner Freiheit, auch nur um *ein Haarbreit zu verrücken und diese Freiheit iss selbst in der Hand des Allweisen nur ein Mittel zur Erreichung seiner erhabenen Absichten. Wir können uns das Bild eines Schachspieles denken. Das Ziel desselben ist das Mattwerden des feindlichen WKönigs oder Unentschiedenheit des Spiels. Aber: eine unendliche Menge von Kombinationen der einzelnen Züge führt zu diesem Ziele. Welche er wählen das steht in der Freiheit des Spielers, aber wie auch seine .Wahl ausfallen möge, immer muß sie zu dem vorgesteckten Ziele führen,-und immer muß sie auch den Regeln des Spiels angemessen sein. Gerade so ist es mit unfern freien Handlungen. Sie sind frei in Beziehung auf uns, aber in Beziehung auf das Weltganze sind sie den allgemeinen Gesetzen der organischen und intellektuellen Welt unterworfen. Eben so giebt es auch in der Verbindung der Weltereigniffe eine unendliche Menge von Kombinationen, eine unzählbare Vielheit von Reihen, die alle in einander greifen, und zu Einem Ziele führen; aber unter allen diesen Reihen kann es keine einzige geben, die den allgemeinen Gesetzen des Universums widerspräche und nicht wieder mit andern vorhergegangencn oder ihr coordinirten Reihen in Verbindung stände. Alle stehen unter der Obhut des höchsten Meisters, der das Ganze geordnet hat, und es ist unmöglich, daß auch nur das Kleinste ohne oder wider seinen Willen geschehen und regellos in seinen Plan eingreifen könne. Aber unser Blick ist beschränkt;. wir vermögen ja keine Spanneweit vor oder hinter uns zu schauen, und da sprechen wir denn von Zufall, wenn