Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rede, gehalten am Stiftungstage der von Mitgliedern der Israelitischen Gemeinde errichteten Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 9)
- Language
- German
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r 366 -״־-v׳״— sehen von Rückgang und Verschlimmerung und kein Laut von Wohlstand und allgemeiner Verbesserung in die Ohren dringt. Denn nicht, wie Sie mit mir wissen, m. H. nicht durch Seufzer und Klagen,. nicht durch bloßes Uxthcilen und Folgern, sondern durch ernstliches Wollen, durch regsames Streben und Handeln kann der Schaden ausgebessert, kann das Uebel gemindert, kann dem Mangel abgeholfen ׳ werden. - Nicht verzweifkungsvolles Händeringen, sondern muthvolles Streben nach Hülfsmitteln kann das Ungemach abwenden. Was sägen wir, m. H., um vergleichungsweise zu reden, zu einer Anzahl von Menschen, in deren Behausung Feuersbrunst ausgcbrochen, was urtheilen wir von ihnen, wenn sie sich in Wehklagen und Zammern über den Unglücksfall erschöpfen, auch der Ursachen des Brandausbruches d,abek klagend gedenken, ohne.zur Rettung ihrer Haabe, zur Löschung der Flammen, die mindeste Anstalt zu treffen? Und wäre auch wirklich jener religiöse Zustand so trostlos und traurig, läge auch wirklich, nach einem unbestochcnen Urtheil, beinah alle Verbesserung im dunkein Gebiete der Unmöglichkeit, — so lassen Sie uns doch erwägen, m. H., daß eben diese trostlosen Folgerungen׳ und Behauptungen an sich, schon ein Hochverrath an der Würdigkeit der Religion, ein Verbrechen gegen ihre Heiligkeit, gegen die Religion selbst sind, deren Sache man zu vertheidigen, deren hohen Werth man zu bewei-, sen meint. Lassen Sie uns erwägen, daß ein solcher Machtspruch, solches Absprechen aller Verbesserung nichts weniger als Anhänglichkeit an der,Sache seines Volks,