Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rede, gehalten am Stiftungstage der von Mitgliedern der Israelitischen Gemeinde errichteten Gesellschaft der Humanität zu Kassel
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 8)
- Language
- German
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. 365 tief, obgleich verschieden an Schmerz, wird die Wunde gefühlt, welche. die Zeit uns geschlagen.^ Denn selten, m. H-, wird man der Genossen unsers Glaubens mehrere zusammengesellt sehen, ohne daß diese Angelegenheit Stoff der Unterredung wäre; selten wird man ein trauliches Gespräch , zumal an Fest - und Feiertagen, aus etwas Anders als auf den heutigen mißlichen! Zustand der Religion sich lenken sehen. Ernstlich wird da die Sache besprochen, mit Wärme begegnen sich der Meinungen Gründe und Beweise. Hieraus bewährt sich unwiderleglich und klar, daß es Sache des Herzens,' daß die Sache der Religion, die Sache der Menschheit ist, und triftiger und beweisvoller könnte sich wohl schwerlich die allgemeine Nothwendigkeit der Religion. darthun, als eben durch dieß ungetheilte Interesse, dieß allseitige Fühlen des Mangels an ihrem. gehörigen Zustände, diese Warme, mit welcher man ihre Sache besprechen hört. Weh muß es aber jedem Getreuen seines Glaubens, weh muß es jedem Menschenfreunde thun, wenn er stets nur Seufzer und Klagen, immer und immer nur dieselben Beschwerden über Mangel an Verbesserungen, über! die dringende Nothwendigkeit einer Umbildung dieser und jener gottesdienstlichen Handlung vernehmen muß; weh thun muß jedem Gutgesinnten und niederschlagend muß es für ihn sein, wenn ihm von diesem z e i t l i ch e n (und also, wie alles zeitliche, doch gewiß nur vorübergehenden) Nebel, fast, möchte man sagen, nur e w i g e Klagen und Beschwerden, und kein Gedanke von -Trost und' Hoffnung ,, nur ein beständiges Verkünden und Voraus-