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Sulamith · 1817-01-01 · Heft 1 · p. Seite 362

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
5 (1817-1820)
Issue
Heft 1
Article
Rede, gehalten am Stiftungstage der von Mitgliedern der Israelitischen Gemeinde errichteten Gesellschaft der Humanität zu Kassel
Date
1817-01-01
Page
Seite 362 (sequence 5)
Language
German
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׳Nahrung, des Gewands und der Pflege , so bedarf der Geist der Ausbildung, der Kenntnisse, der Leitung. . Zweifacher Weise also sind die Obliegenheiten, zweifach die Bedürfnisse׳; doppelseitig sei also auch der Lheilnehmende Blick des Wohlwollenden, doppelfühlend das Herz des Hülfebringenden. Zweiseitig,1 auf die körperliche und auf die geistige Dürftigkeit des geliebten Freundes und Bruders richte der gutthätige Freund sein Augenmerk. ' Noch einleuchtender, und in seinem Wesen der Betrachtung würdiger wird uns dieser Gegenstand, dieses ׳zwiefache- Bedürfniß des Menschen, m. H.,' wenn wir wicht außer Acht lassen, daß jene Bedürfnisse nicht selten, ja sehr häufig, ungepaart sich finden, daß es nicht selten "dem Einen, mißlicher Verhältnisse und Umstände wegen, an Mitteln gebricht, die nöthige Geistesvollkommenheit -zu erlangen, während er wohl Yen Erfordernissen seines körperlichen, wir möchten sagen, seines thierischen Lebens Genüge zu -leisten vermag; daß umgekehrt, es dem Andem nicht vergönnt ist, sich dem lastenden Ungemach der natürlichen Lebensbedürfnisse zu entwinden, während ihm Mittet und Gelegenheit zu der Ausbildung seines Geistes nicht abgehen. Doppelt unglücklich, doppelt arm ist gewiß der, welchen beide Mängel drücken; aber arm und elend verdient doch gewiß auch der genannt zu werden, welcher, von Mitteln entblöst, die Erhaltung seines Leides zu erlangen, und nicht,minder arm und elend der, welcher gleichsam aus der Menschenwelt in die Thier- -welt verstoßen, die Nahrung feines Geistes, das Heil seiner Seele entbehren muß. Erregt jener Mitleid und

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