Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- An den Britten Wilberforce
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 3)
- Language
- German
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355 Nichts verschonet ihr Grimm; jegliches heil'ge Band, Das die Menschheit vereint, tilget der Tyger Wuth, Aus den Armen der Mutter Wird der Knabe hinweggeführt. Männer, Väter umschlingt eiserne Fessel nun. Gleich der höllischen Macht jauchzet der Räuber Schaar, Wenn, vom Vaterland scheidend, Sklaven klagen verzweiflungsvoll. Bald ins düstere Schiff — jetzo erblicken sie's! — Zn den Kerker der Noth, freundlichen Lichts beraubt, ^edes Lebenden Antheils, Stürzt sie grausam der Weißen Hand. Flieh! o fliehe hinweg, Muse , von diesem Ort! Wende, Tochter des Heils weg nun den scheuen Blick! Schrecken siehst du der Schrecken, Male ׳nimmer dieß Unglücksbild.— Land! erschallet es, Land! Sklaven, sie seufzen's nach. Sieh! wie küssend den Staub, Schwarze nun sinken hm Auf den grünenden Boden, Horch! sie beten den Ew'gen an. Ach, die Marter wird neu! Fesseln umfangen sie! Nicht der Morgen erfreut, wie er auch herrlich fei, Nicht der Zauber des Tages, Selbst die Nacht nicht des Sklaven Herz. Dort, wo Gold sich erhebt über des Menschen Werth, Liegt im Staube das Recht, thronet das Unrecht frei, Theilt das Gute dem Bösen, Böses dem seufzenden Guten zu. 25-