Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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™ 325 > Schüler. Er muß seinen Gesellen, sie mögen Israeliten oder Christen sein, den Lohn zur rechten Zeit und ohne Abbruch geben, und sie' überhaupt in allem, was er ihnen versprochen hat, zufrieden stellen. Rec,.kann sich hier nicht enthalten, diejenigen Neli<- gionslehrer glücklich zu Preisen, die in solchen Ländern ~ leben, wo man jüdischen Gesellen und Meistern die obige Moral predigen kann, weil es deren, in Folge . höchster Erlaubniß, dort geben darf. — Möchte man für manche einzelne Lander Religionsbücher schreiben: so könnte man über diesen Gegenstand alle Worte sparen, indem die einstige Ausübung des Handwerkgewcrbes den Juden dort untersagt ist. -— In dem Kap. von der allgemeinen Menschenj liebe wird der junge Mensch über das Verhalten gegen I Feinde belehrt. Lehrer. Wie würdest du aber,, wenn du einst ohne dein Verschulden Feinde bekommen solltest, dich ge- > gen sie verhalten? ’; Schüler. Ich werde ihre Beleidigungen, die sie .״ mir zufügen, nie rächen. Ich werde bedenken, daß,' so wie wir Gott um Vergebung unsrer Sünden bitten, wir .:[ auch unfern Feinden vergeben müssen. , Lehrer. Ist es genug, wenn wir bei der Verzeihung der erhaltnen Kränkungen stehen bleiben? Schüler. Nein! Es ist nicht genug, bloß-dis Beleidigungen zu vergeben und zu vergessen; wir müs-- . sen unsere Feinde auch lieben. ׳ Lehrer. Meinen Feind, der mich bitter gekrankt, meine Ehre angegriffen, mich um das Meiuige gebracht.