Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Kränkung zugefügt wird, auch bei Gott Vergebung erhalten, wenn man sie bloß bereut, dabei fastet und fleißig betet: Schüler. Nur Fasten und Beten allein können in diesem Falle die Liebe Gottes nicht wieder bewirken, so lange der-Nächste, welcher beleidigt worden, oder Schaden gelitten hat, nicht wieder befriedigt ist. Lehrer. Gott ist ja gnädig und gütig. Schüler. Er ist aber auch höchst gerecht, und will, daß auch wir es sein sollen, und wenn Jemand ein Un-- recht begangen hat, er solches,, so viel er kann, wieder gut machen solü Lehrer. Giebt es nicht Falle, in denen das begangene Unrecht sich nicht wieder gut machen laßt? S ch ü l e r. O ja! Lehrer. Kannst du hiervon ein Beispiel anführen? Schüler. -Wenn Jemand durch viele Jahre seinen Wein z. B. mit falschem Maaße ausgeschcnkt , und viele Menschen betrogen hat, die er nicht einmal kennt, auch nicht wissen kann, um wie viel er die bekannten Kunden durch eine so lange Zeit gebracht hat. Es ist ihm also unmöglich, den begangenen Betrug wieder zu ersetzen. Lehrer. Was ist in solchen Umständen'zu thun? Schüler. Der Betrüger, wenn er sich' von der Last, die sein Gewissen drückt, entledigen will, muß eine gemeinnützige Anstalt machen, wodurch er sein begangenes Verbrechen wo nicht ganz, doch größtcntheils wieder gut machen kann. Lehrer. Was verstehest du unter einer gemeinuützigen Anstalt? - Schüler. Eine Anstalt, die vielen Menschen nütz-