Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Worte über Realschulen
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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302 —— auf der Akademie. In wie fern er die erlangten Schulkenntnisse weiter ausbilden und in Anwendung bringen werde, hängt lediglich von der Beschaffenheit der besondem Disciplin ab, der er nun seinen Fleiß ausschließlich widmet. In den meisten Fällen wird er nur einen kleinen Theil der Schulkenntnisse benutzen und erweitern, vieles aber bei Seite legen, ja selbst wieder vergessen. Mag er es; der Hauptgewinn, den er aus seinem Fleiße auf der Schule gezogen, bleibt ihm unverloren: die Bitdüng und Erhöhung seiner edelsten Seelenkräfte und die Fähigkeit zur gründlichen Umfassung irgend eines Zweiges des menschlichen Wissens. Dieses, und nicht die bloße Brauchbarkeit und Anwendung im Leben soll die Gelehr» tenschule bei ihrer Unterrichtsweise, so wie bei der Wahl der Gegenstände, zum Augenmerk haben, und den alten Sprachen, als dem am tiefsten eingreifenden und erweckendsten Bildungsmittel, soll sie daher mit Recht die erste Stelle einräumen. Sie wird ihrem Ziele um desto näher kommen, je weniger sie durch die Rücksicht auf Schüler, die sich nicht dem gelehrten Stande bestimmen, von ihrem Hauptzwecke abgelenkt und auf Nebenzwecke geleitet wird, die außerhalb des Wirkungskreises einer Gelehrtenschule liegen. Die Realschule aber würde ihre Bestimmung verfehlen, wenn sie es aus den Augen verlöre, daß ihre Schüler unmittelbar nach ihrem Austritt aus der Schule in einen Geschäftskreis als brauchbare Gehülfen eintreten sollen, und sowohl bei der Wahl der Gegenstände, als bei der Lehrart nicht aufs Praktische hinzielte. — Sind diese Gedanken richtig und in der Natur der Sache gegründet, so wird sich folgender Begriff einer Realschule daraus ergeben.