Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Worte über Realschulen
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 4)
- Language
- German
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2YY wie die meisten Schüler, wenn sie aus der Schule zu einem bürgerlichen Gewerbe übergingen, aller nützlichen Kenntnisse und Fertigkeiten ermangelten, die Muttersprache kaum orthographisch schreiben konnten, dafür aber nichts als einige lateinische Phrasen zum baldigen Vergessen eingeerntet hatten; wie daher Unwissenheit und Mangel an Geschmack in dem häuslichen wie in dem geselligen Leben der bürgerlichen Stände dann überall sichtbar ward und eine dichte Scheidewand den Gelehrten von dem Kaufmanns, zum Nachtheile beider, trennte: da fühlte man die Nothwendigkeit eigner Anstalten zur Bildung des Bürgers, und Männer wie Resewitz u. a. forderten mit ein?, dringenden Worten zur Errichtung von Bürgerschulen auf. An vielen Orten dachte man für dieses Bedürfniß gesorgt zu haben, indem man in den untern Klaffen der Gymnasien den alten Sprachen noch allerlei andere nützliche Kenntnisse (sogenannte Realien) zugesellte, damit diese Anstalten auch denen, die sich nicht dem gelehrten Stande bestimmten und daher die obern Klassen nicht erreichten, als Bürgerschulen dienen möchten. Aus dieser Einrichtung erwuchsen aber den Gymnasien manche Nachtheile, ohne daß der beabsichtigte Zweck dadurch erreicht wurde. In den untern Klassen konnten die Schüler kaum die Kemttniß der Muttersprache, viel weniger der neuern Sprachen, die immer als ׳Nebensache behandelt werden, erlangen; bei der Methode des wissenschaftlichen Unterrichts verfehlte man entweder die Rücksicht auf das P raktische und im bürgerlichen Leben Anwendbare, oder man opferte, zum Schaden des künftigen Gelehrten, ' ■ , 21 -