Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Literärhistorische Postillen
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 4)
- Language
- German
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284 ~ Rousseau sagte: er wolle sich seine Anmerkungen übersetzen lassen, und sie lesen, weil sie von einem Juden kamen, denn sonst last er kein Buch in der Welt. Siehe Weissens Selbstbiographie S. 72. Lessings prophetisches Urtheil über M end elssohn. ״Nur des eingerückten Briefes wegen" — schrieb Lessing am 16. Oktober 1754 an Michaelis — bin ich ^inigermaßen in Sorge. Wenn einige anstößige Ausdrücke darin Vorkommen sollten, die ich nicht billige, die ich aber kein Recht gehabt habe, zu andern, so bitte ich Ew. rc. beständig auf den Verfasser zurückzusehen. Er ist wirklich ein Jude, ein Mensch von etlichen zwanzig Jahren, wcleher ohne alle Anweisung in Sprachen, in der Mathematik, in der Weltweisheit, in der Poesie eine große Stärke erlangt hat. Ich sehe ihn im v0raus als eine- Ehre seiner Nation an, wenn ihn anders seine eignen Glaubensgenossen zur Reife kommen lassen, die allezeit ein unglücklicher Werfolgungsgeist wider Leute seines Gleichen getrieben hat. Seine Redlichkeit und sein philosophischer Geist laßt mich ihn im voraus als einen zweiten Spinoza betrachten, dem zur völligen Gleichheit mit dem ersten nichts als seine Jrrthümer fehlen werden." S. Michaelis literarischer Briefwechsel LH. 1. S. 107. Mendelssohn an Michaelis. Zu eben der Zeit schrieb Mendelssohn an den berühmten Göttinger Gelehrten: ״Ihr Beifall wird mich