Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nekrolog
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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273 dringend gerufen ward , ,glaubte der Bediente,' ohne vorherige Anfrage, eine abschlägliche Antwort geben zu müssen, da sein Herr selbst krank wäre. Op^nheim hatte dieß in. seinem Bette gehört, und in dem innigen Gefühle ärztlicher und menschlicher Pflicht über alle Selbstliebe ich möchte sagen, auf mehr als menschliche Weise — erhaben, siebt er dem Bedienten einen ernsten Verweis, (was aus seinem Munde selten gehört ward) und. befiehlt ihn alsogleich anzukleiden und zu dem Leidenden zu bringen. Auf der Straße fühlt er sich zum zweiten Male von einem Anfälle des Blutsturzes ergriffen. Auch das achtet der Treffliche nicht. Kaum hat er den Augenblick überstanden, so eilk er hinauf zum Kranken, bereitet diesem Genesung, und sich,— durch abermalige Ansteckung — dem langsamen, zehrenden Tod, Seit dieser Stunde kränkelte er unaufhörlich, und nur die treue, unermüdete Pflege seiner würdigen Gattiy, und die von aller Leidenschaft, aller heftigen Bewegung entfernte, Ruhe seiner Seele, vereinigt mit seiner ärztlichm Kunst, und vielleicht — warum sollte er Täuschung sein der fromme, im innersten Gemüthe ruhende Glaube? — die Gebete und Segnungen der Armen, deren Schutzengel er war, konnten ihn so lange unter den Lebenden, doch beständig siechend und leidend, erhalten. Wie er sich während dieser langen Krankheit betrug, wie er sich von eignem Leiden nie «bhalten ließ, rastlos im Dienste der Menschheit zu arbeiten, wie er — um diezärtliche Gattin und die liebenden Freunde nicht zu betrüben, — sich stufenweise, mit heftigen Schmerzen, darin V. Jahxg. 1. Band. 19