Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nekrolog
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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lichen — Liebesdienst erweisen. Wenn da dem Ueber-- reste irdischer Größe, und falschen Verdienstes höchstens ein Heer hungriger Schmarotzer mit sichtbar erkünstelter Trauer folgt, und wir nichts gewahren als Pomp ohne Empfindung, Worte ohne Thranen, todte Inschriften, ohne lebendiges Gefühl: so steht die schönste und wahrste Anerkennung der Verdienste des entschlafenen Edlen in Len Augen derer geschrieben, welche seiner Leiche folgen, derer, welche in stiller und tiefer Wehmuth an seinem Sarge stehn, und sich den letzten bittersüßen Trost nicht versagen können: noch einmal die letzte Khrane fallen zu lassen, auf die geliebten nun erstarrten. Züge des Entseelten, ehe ihnchie Erde in ihren Schooß aufnimmt, und der Welt von ihm.nichts übrig bleibt , als das Andenken seiner Tugend. , Mit diesen Gefühlen sind gewiß mit mir Taufende zurückgekehrt, von dem Grabe eines der trefflichsten Menscheu, eines Mannes, der hienieden nur zu leben schien, um das eigne Leben, dem Leben, der Gesundheit und dem Wohl seiner Mitmenschen liebend aufzuopfern, von dem Grabe des edlen Drs. Oppenheim. Mag, wer den Seligen nicht kannte — und wer wäre das in unserer Stadt? — in diesen tiefgefühlten Worten Uebertreibung zu finden wähnen. Wer je in des Edlen Nähe lebte, ihn sah in seinem Leben und Wirken, helfend, wo er konnte, mit Aufopferung seiner Gesundheit und seines Vermögens, tröstend, wo nicht zu helfen, lindernd, wo nicht zu trösten war; wie nicht nur'Tausende ihm, dem denkenden Arzte, ärztliche Hülfe und Pflege, sondern auch Tausende von Armen ihm, dem