Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ideen über moralische Erziehung und Moralunterricht
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 15)
- Language
- German
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.!7,1 Tugendausübung hcrvorbrachten. Sa: dieses Mißverhältniß derjenigen, welche die Lugend empfohlen, zu denen/ -welche sie ausübten, waren jeder Zeit so auffallend , daß ein römischer Weltweiser gar seinenMitbrüdern den Bor- Wurf macht t seitdem es Philosophen gäbe, fehle es an tugendhaften Menschen.' Ob wir nun - gleich diesen Borwmf für! ungerecht halten , und lieber glauben wollen/ daß Seneca (insofern er von den wahren Weltweisen, nicht von' sophistischen Schönschwätzern redet) hier die Wirkung' für die Ursache nimmt und die von ihm be- Merkte Ahatsache nur beweist, daß -die ׳Gelehrten sich nicht früher veranlaßt sahen, die Gründe für die Tugend auseinanderzusetzen, als bis die Lauheit ihrer Zeitgenossen inder Ausübung^ derselben sie dazu nöthigte, so scheint doch wenigstens dieß daraus zu erweisen, daß das von Gott selbst eingepflanzte Gefühl kräftiger zur Tugend antreihe, . als^hloßes Vernünfteln. Schon- .die alten Moralphilosophen haben die Frage: ob die Tugend eine Wissenschaft sek/ ,änd erlernt werden könne, verneinend beantwortet. — Doch was bsdarfs der Autoritäten, wo das .׳Herz , so ׳ laut spricht als chierZ Wer״du,auchsein magst, der du-, dieses - liesest , -prüfe. , dein Inneres und frage dich, ob die ׳Zufriedenheit, die du nach der ׳Aus¬ Übung einer -guten Handlung empfandest, ob sie nicht vielmehr aus dem Bewußtsein einer Aufopferung entsprang, die du.der leid,enden Menschheit brachtest, als aus dem Gedanken: du habesteine treffliche Spe culation ausgeführt, die dir reichlich wuchern werde? Und wenn du es fühlst, wir entfernt ein so schmutziger Einfall von deiner Seele war in den Weihestunden der