Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ideen über moralische Erziehung und Moralunterricht
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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,lfo :■״י״^״■ ger geschähe als jetzt? — Wenn ich Mn hierauf entgegnete, daß mir die hier vorgetragene Art der moralischen Erziehung gerade die einzige nicht auf idealischen Grundsätzen gegründete zu sein scheine, und jener Vorwurf eben die bisher getadelten Methoden treffe, so wird düs gewiß mancher für paradox erklären. Jnveß soll mich das nicht abhatten, die Gründe, welche ich dafür zu haben glaube, hier auseinander zu setzen Zdealisch nenne ich nämlich einen Vorschlag, wenn er in der Ausübung entweder durchaus nicht anwendbar ist, oder der Vorgesetzte Zweck dadurch 'entweder gar nicht, oder doch nur sehr unvollkommen erreicht werden kann. Nicht idealisch, zweckwidrig nenne ich einen Plan, der gar höchstwahrscheinlicherweise das Entgegengesetzte der beabsichteten Wirkung hervorbringt. Ich gestehe daher gern, daß ich in die Brauchbarkeit aller künstlichen, aller bloß erträumten Methoden, ejn um so größeres Mißtrauen setze, da ich sehr wohl weiß, daß nur der Probierstein der Erfahrung, daß nur die edle Einfalt der Natur Bürge sein kann für die Wahrheit eines Systems. Aber eben die Erfahrung scheint mir so deutlich für die Zweckmäßigkeit der bisher borgetragenen Methode , als gegen die Brauchbarkeit aller künstlichen Mittel zur Beförderung der Lugendgesinnungen zu sprechen. — Nicht jene Zeitalter, in welchen Philosophen und Redner die Bewegungsgründe zur Tugend mit der ganzen Stärke der Wahrheit, mit dem ganzen Feuer der Beredsamkeit .entwickelten , nichts jene Zeitalter waren, es, nie und in keinem Volke waren es jene Zeitalter, welche zugleich die häufigsten Muster der