Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ideen über moralische Erziehung und Moralunterricht
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Gewissen, unser innerstes Gefühleinen andern Maaßstab der Moral giebt es nicht. Die, welche bloß auf Raisonnement beruht, ist eben so leicht wegvernünfteltz als die, welche bloß-auf Religion gegründet wegfanatasirt, und die, welche sich auf > einen Calcul stützt, weggerechnet - ist. Liebe zur Redlichkeit und Tugend —: was ist sie anders als 'Liebe zum Einfachen und Wahren, und wie kann man glauben chiese durch'künstliche Mittel hew vorzubringen? - ״' ■•■׳׳■' ■/׳'׳'יי. : : Eben deswegen aberscheint Mir jeder raisonnirende Bortrag der Moral für das kindliche Alter höchst unzweckmäßig.' .Nirgends ist das Paradoxon : der Theil sei oft mehr als das׳Ganze , mehr gerechtfertigt als hier. Das Gesetz: was du-nicht willst, das Man dir th'üe, dastthud auch deinem Nächsten nicht, ist so klar, so überzeugend und zugleichso einfach , kurz und - bündig, daß 'jeder Zusatz es nothwendig verunstalten muß. Es wird gewiß dem Kleinennie ׳einfallen, sich oder ׳euch zufragest/ Folie dienen,'sondern nur beweisen, daß dieselben auch im Leben, glücklich gewpjeü stien. Bewundernswürdig ist insonderheit der feine Gedanke: die Mutteufühltesich glücklich durch das Lobpreisen' der Menge und bat die Götter1 ich re n S 5 h n e n die schönste Belohnung zu senden, und die -Götter sandten ihnen :.־— b cn Tod. ■ ' ' ■ ' /׳; *) Ich habe hier mit Vorsatz ׳diese einfache Vorschrift' des - Menschensinnes gewählt und nicht dst göttliche, biblische: Liebe, deinen Nächsten,, wie dich selbst, noch die ge- > lehrte Kantische: handlest, daß' das Prinzip deiner Hand- . ' lang , zur Maxime für dix. ganze vernünftige Natur werden könnte, weil diese eine Bildung des Verstandes .jene eine Tiefe des Gemüthes voraussetzt, die sich-bei Kindern noch nicht cittsaltct haben kann.