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Sulamith · 1817-01-01 · Heft 1 · p. Seite 164

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
5 (1817-1820)
Issue
Heft 1
Article
Ideen über moralische Erziehung und Moralunterricht
Date
1817-01-01
Page
Seite 164 (sequence 8)
Language
German
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״-'-'■׳ייי״־ 164 eben deswegen läßt sich auch diese durchaus nicht erzwingen, ohne in Köhlerglauben auszuarten, weil nur das innerste Gemüth darauf leiten, nur das Gemüth sie begreifen kann. Nicht so die Moral. Diese ist unserm Wesen so tiefeingeprägt, ihre Gebote sind so lichtvoll und eindringend, daß man sie vorzüglich in dem reinen kindlichen Gemüthe nur zu erwecken braucht, umdavon zu überzeugen. Zeigt dem kleinen Lügner oder Verlaumder nur euere Verachtung, euern Abscheu, laßt ihn an euerem eigenen Beispiele sehen, wie kein Zweck euch abhalt, recht und gut zu handeln, zeigt jedoch euerem gutgearteten, Kinde nie den mindesten Zweifel an seinen Betheuerungen, erzählt ihm von den Weisen und Redlichm der Vor - und Mitwelt, ohne Rücksicht auf deren äußere Verhältnisse, lehrt ihn im Gegentheile gerade in solchen Fällen, wo Würdigkeit nicht gepaart ist mit glücklichen Verhältnissen, wie die Glückseligkeit des Edeln erhaben ist über alle Glücksumstande, und das Gewissen des Bösewichts nicht dauernd zu betäuben ist unter den glücklichsten äußern Verhältnissen. So und nur so könnt ihr euch schmeicheln, daß die Liebe zur Tugend und Rechtschaffenheit in seinem Herzen Wurzel fassen werde, ihm diese ein Schatz, welchen er zu bewahren, nicht eine einträgliche Waare sei, welche er um den höchsten Preis zu verhau d e ln sucht! religiösen Jmmoralität ein weites Thor öffnen will, denn der Mensch ist nicht durch seine so beschränkte Erkenntniß des Uebersinnlichen, noch durch seinen kurzen Verstand, sondern durch sein Moralgefühl ein Ebenbild Gottes.

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