Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ideen über moralische Erziehung und Moralunterricht
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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■ ,Mer einmal lügt, dem glaubt man nicht Und wenn er auch die Wahrheit spricht." Dieser Satz ist nun offenbar falsch ausgedrückt, da es eigentlich heißen müßte: wer einmal auf einer Lüge ertappst wird u. s. w. Aber man glaube ja nicht, daß der Kleine diese Wortverwechselung nicht fühle. Und nun— was lernt er aus dieser erbaulichen Maxime? Eben das was der junge Spartaner vom Diebstahle lerttte: du mußt dich wohl hüten, daß du nicht ertappt wirst. Die moralischen Erzählungen vieler Schriften dieser Art sind in eben dem Geiste abgefaßt. Da lernt der Kleine, wie jedes Allmoscn eine treffliche Klugheitsspeculativn sei, indem man dadurch aus dem Wasser gezogen werde, wenn man hineinfiele, wie das artige Kind überall mitgenommen, überall bewundert, wie ihm über- - all geliebkost werde (welches, wie nicht zu vergessen, die Publicitat seiner großen Thaten erfordert), das bösartige Kind hingegen von allen Menschen (äußerlich) verachtet - sei, wie es zu Hause bleiben müsse , wenn die Andern mitgenommen werden u.׳s. w. Ueberhaupt ist es die Regel der Meisten,, daß die Lugend jedeÄnal mit reichkichern Wucher ersetzt bekomme, das Spfer, welches sie brachte, daß der Lasterhafte nicht nur durch sein Inneres, sondern daß er vor den Augen der ganzen Welt gestraft ׳ und unglücklich werde. Und nun — die Hand aufs Herz ihr Lehrer, und Freunde der Jugend! ist sie der Wahrheit gemäß diese Darstellung? Ist es wirklich wahr, daß jede gute Hand? lung hienieden'nicht bloss innerlich sondern auch äußerlich - V. Iahrg.!- Band. 12׳