Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Gleichnisse
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 6)
- Language
- German
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gion nur in dem warmen Herzen wohnet; sie erstarret und eiset in Balten-Gemüthern, und auch hierin hatte sie demnach Aehnlichkeit. mit dem Wasser. — Wenn id) noch weiter überdenke, sing der Jünger wieder an, daß es Zeiten gab, wo die .Religion sehr hoch gestiegen, und andere wiederum, in denen sie durch des Volkes thörichten Dünkel gefallen, so dringt sich wir noch Eine Aehnlichlichkeit auf zwischen ihr und dem . Wasser, das im Weltmeere fleußt: es ist das Steigen und Fallen; Ebbe und Fluth geheißen. Möge doch nie die erstere sich einsinden, sondern. Erkenntniß Gottes über die ganze Erde strömen, wie Zluthen über Meerestiefen strömen.—! So wie der edle Saft der. Reben des Menschen Herz erfreuet, Hub der vierte Jünger an, also auch die himmlische Religion.^ Sie labet gleich dem Weine unfern Geist, ist Starke unfern Kräften. Wohl verwahrt liegt das köstliche Naß in den Trauden, und harret der Entwickelung aus denselben,— also ist das Gefühl für.Religion — ich möchte es die A n l a ge nennen, aus der sich ein Gott entfaltet auf- ,bewahrt in dem Gemüthe der Menschen, durch edle, Gott und Menschen erfreuende Thaten wird es entwickelt und herausgehoben.: gleich dem Weine erfreuet auch sie Gott und Menschenkinder, und der irret und strauchelt, der da wähnt, er könne den ersten lieben, verschleußt er auch den letztem seine Brust: ״wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, , wird er Gott lieben, den er nicht