Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden, und ihre gerechten Ansprüche an die christlichen Staaten
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307655--04756-2307976- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
87 unter mannichfaltiger Abwechselung wieder kehren zu sehen, besonders wenn die Juden dabei übel wegkommen׳ Dadurch werden wir gewöhnt, uns den Juden unter dem Bilde eines Menschen zu denken , der für die bürgerlichen Verhältnisse m den christlichen Staaten gar nicht tauge, der nur ausgehe, den Christen zu überlisten und zu betrügen. Was im Einzelnen wohl manchmal wahr, manchmal aber vergrößert und übertrieben, oder.gar von geheimer Schadenfreude erdichtet sein mag, das erheben wir jetzt zu einem allgemeinen Charakter, und verdammen und verwerfen ohne Schonung eine ganze Nation, die Millionen Menschen zählt,׳ von denen wir kaum einige Hunderte , und diese nicht immer von einer schlechten, sondem oft vön einer sehr sch ätzbaren Seite kennen. .Da wir uns von dem verderblichen Grundsätze nicht leicht zurück bringen lassen: der Jude ist in seiner Berührung mit dem Christen. stets unredlich, so erlauben wir uns gleichsam als eine Wiedervergeltung, auch ihn, wie und wo wir nur immer können, zu überlisten; ja sogar rechnen es sich viele als ein Verdienst an, und erzählen es als eine große Lhat, daß es ihnen endlich gelungen sei, einen Juden einmal recht tüchtig — man erlaube mir den unedlen Ausdruck—zu prellen. Dieser beständige Krieg, den der Christ mit dem Juden, wie er glaubt, zu seiner Selbstvertheidigung führt, erklärt allein den unerschöpflichen Haß, den er gegen die jüdische Nation bei jeder Gelegenheit so gern ausspricht. Traurig sind solche Wahrnehmungen für den Menschenfreund, und oft schrecklich in ihren Folgen für dm